Von Liam Vance • 2026-09-11

Apple Watch Ultra 4 streicht GLONASS: Warum Multi-Frequenz-GPS profitiert

Die neue Apple Watch Ultra 4 wartet mit einer bemerkenswerten Spezifikationsänderung auf: Apple hat die Unterstützung für das russische GLONASS-Satellitensystem gestrichen, während die zeitgleich vorgestellte Apple Watch Series 12 das System weiterhin unterstützt. Aus technischer Sicht handelt es sich keineswegs um ein Downgrade, sondern um eine gezielte Optimierung des Dual-Frequenz-GNSS für anspruchsvolle Sportler.

Multi-Frequenz-GNSS und Signalkohärenz

Die Genauigkeit moderner Satellitennavigation basiert nicht auf der bloßen Anzahl sichtbarer Satelliten, sondern auf Signalkohärenz und Phasenstabilität. Während moderne Netze wie GPS (L1/L5), Galileo (E1/E5a) und BeiDou (B1I/B2a) auf CDMA-Modulation setzen, verwendet GLONASS auf älteren Bändern das FDMA-Verfahren (Frequenzmultiplex). Dieser Standard erzeugt Phasenversätze und erhöht den Rechenaufwand im Empfängerchip.

Durch den Verzicht auf die FDMA-Träger im hochpräzisen L1/L5-Empfänger der Ultra 4 werden Mehrwegeffekte (Multipath) in Häuserschluchten und Bergregionen spürbar reduziert. Dies untermauert Apples Anspruch, das präziseste Sportuhr-GPS am Markt anzubieten. Detaillierte Hardwareanalysen finden Sie in unserer Sensor-Matrix; persönliche Zielzeiten berechnen Sie mit unserem Lauf-Pace-Rechner.

Preserved Benefit: Reinere Mehrfrequenz-Signalverarbeitung und minimale Track-Abweichungen in anspruchsvollem Gelände dank homogener CDMA-Architektur.

Explicit Trade-Off: Geringfügig reduzierte Satellitenanzahl in extremen polaren Breiten, in denen GLONASS-Orbits zusätzliche Winkelabdeckung boten.

Single-Frequenz vs. Dual-Frequenz-Empfänger

Dass die Series 12 weiterhin GLONASS unterstützt, unterstreicht die technische Differenzierung. Die reguläre Series 12 nutzt einen Single-Frequency-L1-Empfänger, bei dem die schiere Satellitendichte hilft, unter Bäumen rasch einen ersten Positionsfix zu erzielen.

Die Ultra 4 setzt hingegen auf phasenstarre L1/L5-Zweifrequenzmessung. Das Ausfiltern inkompatibler Signalstrukturen ermöglicht eine schnellere Positionskonvergenz bei geringerer thermischer und energetischer Prozessorlast.